Was ist eine Volumenlizenz? Definition, Vorteile und Aktivierung

Oktober 30, 2026 AuthorCarsten Kock
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Volumenlizenz: Eine Volumenlizenz ist ein Lizenzmodell, mit dem Organisationen viele Installationen einer Software unter einem einzigen Vertrag beziehen und zentral verwalten. Der Preis pro Arbeitsplatz sinkt gegenüber Einzelkauf deutlich, die Aktivierung erfolgt über KMS oder MAK, und anders als bei OEM- oder Retail-Lizenzen gilt das Recht für die gesamte Organisation, nicht für ein einzelnes Gerät.

Ab dem fünften Rechner rechnet sich der Einzelkauf nicht mehr. Volumenlizenzen bündeln alle Nutzungsrechte in einem Vertrag – günstiger, zentral verwaltbar, mit Downgrade- und Reimaging-Recht inklusive. Was dahintersteckt und worauf es beim Kauf ankommt, steht hier.

Volumenlizenzen bündeln viele Nutzungsrechte in einem Vertrag, zentral verwaltbar für die gesamte Organisation.

Was ist eine Volumenlizenz?

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Ein Lizenzvertrag deckt viele Installationen ab, kein Datenträger, keine Einzelboxen.
  • Zielgruppen: Unternehmen, Behörden, Bildungseinrichtungen, Non-Profits.
  • Zentrale Aktivierung per MAK oder KMS.
  • Zusatzrechte wie Downgrade- und Reimaging-Recht sind inklusive.
  • Privatpersonen sind vom Direktkauf ausgeschlossen, können aber gebrauchte Einzellizenzen aus Volumenpaketen erwerben.

Die Volumenlizenz ist ein Lizenzierungsmodell, das Hersteller wie Microsoft für den professionellen Einsatz anbieten. Der Käufer schließt einen Rahmenvertrag ab und erhält daraus die vereinbarte Anzahl an Nutzungsrechten, ohne physische Medien, ohne einzelne Product Keys pro Verpackung. Verwaltet werden diese Rechte über ein zentrales Portal; bei Microsoft ist das das Volume Licensing Service Center (VLSC).

Der Preis pro Arbeitsplatz sinkt mit steigender Menge, die IT-Abteilung rollt ein einziges Master-Image auf beliebig viele Rechner aus – kein manueller Key pro Gerät. Retail-Versionen sind für einen oder zwei Rechner gedacht; wer zwanzig, hundert oder tausend Arbeitsplätze betreut, braucht ein anderes Werkzeug.

Wer kann Volumenlizenzen nutzen, und wer nicht?

Microsoft und andere Hersteller richten Volumenlizenzprogramme an Organisationen mit einer definierten Mindestabnahme. Beim Programm Open Value startet der Einstieg regelmäßig ab fünf Lizenzen, das Enterprise Agreement zielt auf deutlich größere Unternehmen. Berechtigt sind kommerzielle Unternehmen, Behörden, Bildungseinrichtungen und Non-Profit-Organisationen, jeweils mit passenden Sondertarifen.

Privatpersonen sind vom direkten Kauf ausgeschlossen. Sie können allerdings gebrauchte Einzellizenzen erwerben, die aus aufgesplitteten Volumenpaketen stammen, dazu weiter unten mehr.

Was unterscheidet eine Volumenlizenz technisch von einer Retail-Version?

Retail-Software enthält einen individuellen Aktivierungsschlüssel, der direkt mit einem Microsoft-Konto verknüpft werden kann. Volumenlizenzsoftware nutzt dagegen entweder einen gemeinsamen Generic Volume License Key (GVLK), der mit einem KMS-Server im Netzwerk zusammenarbeitet, oder einen MAK für die direkte Aktivierung gegen Microsoft-Server. Der funktionale Umfang der Software ist identisch, Word, Excel oder Windows verhalten sich in beiden Varianten gleich. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Aktivierungsinfrastruktur und den Nutzungsrechten.

Praktisch bedeutet das: Ein Administrator kann ein einziges, vorkonfiguriertes Master-Image auf beliebig viele Rechner ausrollen, ohne pro Gerät einen separaten Key eingeben zu müssen. Das Reimaging-Recht, das Volumenlizenzen beinhalten, erlaubt genau diesen Prozess ausdrücklich, Retail-Lizenzen schließen ihn dagegen regelmäßig aus.

Volumenlizenz vs. OEM vs. Retail: die drei Lizenztypen im Vergleich

Kurzüberblick
  • OEM: an ein Gerät gebunden, günstig, nicht übertragbar.
  • Retail (FPP): flexibel übertragbar, teuerste Variante.
  • Volumenlizenz: für Organisationen, günstig ab Menge, mit Zusatzrechten.
  • Gebrauchte Volumenlizenz: rechtssicher weiterverkaufbar dank EuGH-Rechtsprechung.

Die drei Lizenztypen unterscheiden sich in drei zentralen Dimensionen: Bindung, Übertragbarkeit und Preis. Wer diese Unterschiede kennt, trifft schneller die passende Kaufentscheidung, gerade wenn mehrere Geräte ausgestattet werden sollen.

Lizenztypen im Vergleich: Volumenlizenz, OEM, Retail und gebrauchte Volumenlizenzen
Kriterium OEM-Lizenz Retail-Lizenz (FPP) Volumenlizenz (neu) Volumenlizenz (gebraucht)
Bindung An Hardware gebunden, nicht übertragbar An Nutzer gebunden, flexibel transferierbar An Organisation gebunden, intern übertragbar An neue Organisation übertragbar (mit Dokumentation)
Mindestmenge 1 Gerät 1 Lizenz Ab 5 Lizenzen (Open Value) Einzeln erwerbbar
Preisniveau Niedrig Hoch Mittel bis niedrig (ab Menge) Sehr niedrig (bis 70 % Ersparnis)
Aktivierung Produktschlüssel, einmalig Microsoft-Konto oder Produktschlüssel MAK oder KMS (zentral) MAK-Schlüssel (Einzel- oder Mehrfachaktivierung)
Downgrade-Recht Nein Eingeschränkt Ja, inbegriffen Ja (vom Erstvertrag)
Reimaging-Recht Nein Nein Ja Ja (vom Erstvertrag)
Geeignet für Einzelpersonen, Neugerätekauf Selbstständige, Kleinbetriebe Unternehmen ab 5 Arbeitsplätzen KMU und Unternehmen mit Budget-Fokus
Rechtslage Klar geregelt Klar geregelt Klar geregelt Legal (EuGH C-128/11)

Stand: Juli 2026. Preisangaben sind Richtwerte und variieren je nach Programm, Laufzeit und Anbieter. Gebrauchte Volumenlizenzen unterliegen dem EU-Erschöpfungsgrundsatz.

Drei Software-Lizenztypen, OEM, Retail und Volumenlizenz, werden als farbige Karten nebeneinandergestellt.

Merkmal OEM Retail (FPP) Volumenlizenz (neu) Volumenlizenz (gebraucht)
Bindung An Hardware An Nutzer An Organisation An neuen Käufer
Übertragbarkeit Nein Ja Innerhalb Organisation Ja, rechtssicher
Aktivierung Vorinstalliert Einzel-Key MAK oder KMS MAK
Preisniveau Niedrig Hoch Mittel (Mengenrabatt) Sehr niedrig
Downgrade-Recht Nein Nein Ja Ja
Reimaging-Recht Nein Nein Ja Ja
Zielgruppe Gerätehersteller Privat/Kleinbüro Organisationen Alle, auch Privat

OEM-Lizenz: günstig, aber unbeweglich

Eine OEM-Lizenz (Original Equipment Manufacturer) wird zusammen mit neuer Hardware ausgeliefert, das Betriebssystem ist fest mit dem Motherboard des Geräts verknüpft. Stirbt die Hardware, erlischt das Nutzungsrecht. Für Gerätehersteller und Erstbestücker ist das ein sinnvolles Modell; für Unternehmen, die Rechner austauschen oder umrüsten, ist die fehlende Portabilität ein echter Nachteil. OEM-Versionen enthalten zudem keine Volumenrechte wie Reimaging oder Downgrade.

Retail-Lizenz (FPP): flexibel, aber teuer pro Stück

Die Full Packaged Product-Lizenz ist die klassische Kauflizenz im Handel. Sie lässt sich auf einen anderen Rechner übertragen, wenn der alte ausgemustert wird. Der Preis liegt deutlich über dem, was Volumenverträge bieten, und für 30 oder 50 Geräte bedeutet Einzelkauf erheblichen Verwaltungsaufwand. Retail eignet sich für Einzelpersonen und sehr kleine Büros mit einem oder zwei Rechnern.

Der praktische Vergleich: Ein Betrieb mit 30 Arbeitsplätzen zahlt für 30 Retail-Boxen den vollen Einzelpreis pro Stück. Dreißig Volumenlizenzen aus einem Open-Value-Vertrag sind pro Arbeitsplatz erheblich günstiger, plus zentraler Verwaltung, Reimaging-Recht und Software Assurance. Gebrauchte Volumenlizenzen aus aufgesplitteten Paketen sind die Option, wenn es noch günstiger sein soll oder wenn Privatnutzer eine dauerhafte Office-Version ohne Abo suchen.

Microsoft Volumenlizenzprogramme: Open Value, CSP und Enterprise Agreement

Microsoft bündelt seine Volumenlizenz-Angebote in mehreren Programmen. Welches passt, hängt von der Organisationsgröße, dem Cloud-Anteil und dem Wunsch nach Software Assurance ab.

Microsoft Volumenlizenzprogramme im Überblick

Welches Programm passt zu welcher Unternehmensgröße?

CSPCloud Solution Provider
ZielgruppeStartups & kleine Unternehmen
Mindestmenge1 Lizenz
AbrechnungMonatlich / jährlich
BesonderheitFlexibel skalierbar, Cloud-first
Beliebteste Wahl
Open ValueEmpfohlen für KMU
ZielgruppeKMU, NGOs, Behörden
MindestmengeAb 5 Lizenzen
AbrechnungJährlich (3 Jahre)
BesonderheitSoftware Assurance, Downgrade-Recht inklusive
Enterprise AgreementFür Großunternehmen
ZielgruppeKonzerne & große Organisationen
MindestmengeAb 500 Geräten
AbrechnungJährlich (3 Jahre)
BesonderheitVolle SA-Leistungen, Azure-Integration
KleinMittelGroß

Stand: Juli 2026 | Mindestmengen gemäß Microsoft-Volumenlizenzprogrammen

Microsoft Volumenlizenzprogramme im Vergleich nach Unternehmensgröße, von CSP für Kleinbetriebe bis zum Enterprise Agreement für Konzerne.

Open Value: der Einstieg für KMU

Open Value richtet sich an kleine und mittlere Betriebe. Der Einstieg ist regelmäßig ab fünf Lizenzen möglich, die Laufzeit beträgt drei Jahre mit jährlicher Zahlung. Software Assurance ist eingebunden, Nutzer bekommen automatisch neue Versionen, Support-Vorteile und das Recht auf Home-Use-Programme. Die Variante Open Value Subscription funktioniert wie ein Mietmodell mit jährlich anpassbarer Lizenzzahl.

Für KMU lohnt sich Open Value besonders, wenn Planungssicherheit gefragt ist: Die jährliche Rate lässt sich budgetieren, und die Software bleibt dauerhaft auf aktuellem Stand. Wer hingegen nur gelegentlich Lizenzen hinzubucht oder über die drei Jahre mit starken Schwankungen rechnet, sollte CSP prüfen.

Cloud Solution Provider (CSP): monatlich flexibel

Das CSP-Programm läuft über Microsoft-Partner und ist stark auf Cloud-Dienste wie Microsoft 365 zugeschnitten. Vorteil: monatliche Abrechnung, flexible Skalierung nach oben und unten, kein Mindestvolumen. Für Organisationen, die viel Bewegung in der Belegschaft haben oder klassisch on-premise mit Cloud mischen wollen, ist CSP oft die passende Wahl.

Der entscheidende Unterschied zu Open Value: CSP-Lizenzen sind Mietmodelle. Wer das Abo kündigt, verliert sofort das Nutzungsrecht. Für Unternehmen mit Offline-Betrieb oder festem Budget ohne laufende Kosten ist CSP allein keine Lösung – hier braucht es eine Perpetual-Lizenz.

Enterprise Agreement: für große Organisationen

Ab etwa 500 Geräten oder Nutzern beginnt das Enterprise Agreement. Es bietet die tiefsten Rabatte, einen dreijährigen Rahmenvertrag und volle Software Assurance. Für Konzerne, öffentliche Verwaltungen und große Bildungsträger ist es der Standard, kleinere Betriebe fahren mit Open Value oder CSP besser, weil der administrative Aufwand eines EA für wenige Dutzend Lizenzen unverhältnismäßig ist.

Open Value

  • Ab 5 Lizenzen
  • 3 Jahre Laufzeit
  • Jährliche Zahlung
  • Software Assurance inklusive
  • Für KMU geeignet

CSP

  • Kein Mindestvolumen
  • Monatliche Abrechnung
  • Flexibel skalierbar
  • Cloud-fokussiert
  • Kein Perpetual-Recht

Enterprise Agreement

  • Ab ca. 500 Geräten
  • 3 Jahre Laufzeit
  • Tiefste Rabatte
  • Vollständige SA
  • Für Großorganisationen
Praxis-Tipp: Wer unsicher ist, welches Programm passt, sollte parallel prüfen, ob gebrauchte Volumenlizenzen die Anforderungen (Perpetual-Lizenz, keine laufenden Kosten) besser erfüllen.

Aktivierung einer Volumenlizenz: MAK und KMS verständlich erklärt

MAK vs. KMS auf einen Blick
  • MAK (Multiple Activation Key): jedes Gerät aktiviert sich einmalig direkt bei Microsoft.
  • KMS (Key Management Service): zentraler Server im Netzwerk aktiviert alle Clients automatisch.
  • Faustregel: unter 25 Geräte → MAK, ab 25 Geräte → KMS.
  • Beide Verfahren sind offiziell, legal und im Volumenlizenzvertrag inklusive.

Volumenlizenzen aktivieren sich nicht per Product-Key-Aufkleber, sondern über zwei Verfahren, die Microsoft speziell für den professionellen Einsatz entwickelt hat. Beide haben klare Einsatzbereiche, die Wahl zwischen ihnen ist eine IT-Architekturentscheidung, keine Lizenzfrage.

Was ist MAK und wann eignet er sich?

Ein Multiple Activation Key ist ein einziger Schlüssel, mit dem eine begrenzte Anzahl an Geräten aktiviert werden kann, jede Aktivierung reduziert das verbleibende Kontingent um eins. Der Aktivierungsvorgang läuft einmalig gegen Microsoft-Server; danach ist das Gerät dauerhaft freigeschaltet, auch offline. Ideal für kleinere Umgebungen, Außendienstler mit Notebooks oder Geräte ohne dauerhafte Verbindung zum Firmennetz.

Wer alle MAK-Aktivierungen aufgebraucht hat, ruft beim Microsoft-Aktivierungscenter an – mit Lizenznachweis klappt die Aufstockung unkompliziert. Häufiger Grund: Geräte wurden ersetzt, die alten Aktivierungen aber nie freigegeben.

Was ist KMS und wann eignet er sich?

Der Key Management Service installiert einen Aktivierungsserver im eigenen Netzwerk. Alle Clients melden sich bei diesem Server, um ihre Aktivierung zu erneuern, mindestens einmal in 180 Tagen. Vorteil: kein Kontakt zu Microsoft-Servern pro Gerät, volle Kontrolle in der IT-Abteilung, keine verbrauchten Aktivierungspunkte. Bedingung: mindestens 25 aktivierte Windows-Clients oder fünf Server müssen sich beim KMS-Host anmelden, damit der Dienst überhaupt anspringt.

KMS setzt voraus, dass Geräte das Netzwerk regelmäßig erreichen. Läuft die 180-Tage-Frist ab, bevor sich ein Notebook wieder einwählt, verliert es die Aktivierung – ein Problem, das MAK von vornherein ausschließt. In gemischten Umgebungen empfiehlt sich daher: KMS intern, MAK für Außendienst und Homeoffice.

Wann KMS, wann MAK: die Entscheidungsregel für Admins

Die Entscheidung zwischen MAK und KMS hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Anzahl der Geräte und Netzwerkverfügbarkeit.

Entscheidungshilfe

MAK oder KMS, was passt zu meiner Umgebung?

Beantworten Sie eine Frage und erhalten Sie sofort die passende Empfehlung für Ihre Aktivierungsstrategie.

Empfehlung: MAK (Multiple Activation Key) MAK ist die richtige Wahl für kleine Organisationen unter 25 Geräten. Jedes Gerät wird einmalig direkt bei Microsoft aktiviert, ein eigener KMS-Server ist nicht erforderlich.
  • Aktivierung per Internet oder Telefon möglich
  • Kein laufender Serverbetrieb notwendig
  • Jeder Schlüssel hat ein festes Aktivierungslimit
  • Ideal für Außenstellen ohne Netzwerkkontakt
Empfehlung: KMS (Key Management Service) Bei 25 oder mehr Geräten amortisiert sich der KMS-Server schnell. Die Aktivierung läuft intern über Ihr Netzwerk, ohne einzelne Geräte manuell zu registrieren.
  • Zentralisierte Aktivierung für alle Clients
  • Erneuerung alle 180 Tage automatisch
  • Mindestens 25 aktivierte Clients für Office (5 für Windows)
  • Reduziert Administrationsaufwand erheblich
Empfehlung: Kombination aus MAK und KMS Gemischte Umgebungen oder Aussenstandorte ohne stabilen Serverkontakt profitieren von einer hybriden Strategie: KMS für die Hauptumgebung, MAK für isolierte Geräte oder Heimarbeitsplätze.
  • KMS für den Hauptstandort mit eigenem Server
  • MAK für mobile Geräte und externe Nutzer
  • Beide Typen lassen sich parallel verwalten
  • Umstellung von KMS auf MAK per Befehlszeile möglich
Situation Empfehlung Begründung
Weniger als 25 Geräte MAK KMS-Mindestanzahl nicht erreicht; MAK einfacher zu betreiben
25 Geräte und mehr KMS Zentrale Verwaltung, kein Kontingent-Verbrauch, kein Microsoft-Kontakt pro Gerät
Außendienstler ohne stabiles VPN MAK Dauerhafte Aktivierung ohne regelmäßigen Server-Check
Air-gapped-Netzwerke (ohne Internetzugang) KMS (intern) KMS-Server läuft vollständig lokal, kein Internetzugang nötig
Gemischte Umgebung Kombination KMS für stationäre Geräte, MAK für mobile oder isolierte Systeme

Vorteile einer Volumenlizenz, und wann sie sich nicht lohnt

Volumenlizenzen sind nicht per se die beste Wahl. Sie glänzen bei bestimmten Konstellationen und sind in anderen Situationen überdimensioniert. Ein ehrlicher Blick auf beide Seiten hilft bei der Entscheidung.

Ein IT-Administrator verwaltet Volumenlizenzen zentral über ein digitales Dashboard auf einem Bildschirm.

Die wichtigsten Vorteile im Detail

  • Preisvorteil ab Menge: Der Rabatt gegenüber Einzelkauf wächst mit der Anzahl der Lizenzen, Preis-Einflussfaktoren sind Produktgruppe, Programm und Vertragslaufzeit.
  • Zentrale Verwaltung: Ein Vertrag, ein Portal (VLSC), ein Ansprechpartner, statt Dutzender Einzelbelege und separater Produktschlüssel.
  • Downgrade-Recht: Wer Office 2024 kauft, darf auch die Vorgängerversion nutzen, wenn Kompatibilität das erfordert, Retail-Lizenzen schließen das regelmäßig aus.
  • Reimaging-Recht: Ein einziges Master-Image lässt sich auf alle Rechner ausrollen, ohne dass pro Gerät ein separater Key benötigt wird.
  • Zweitkopierecht: In vielen Programmen darf jeder Nutzer die Software zusätzlich auf einem privaten Gerät nutzen, relevant für Homeoffice-Szenarien.
  • Software Assurance: Automatische Upgrades auf neue Versionen während der Vertragslaufzeit, dazu Schulungsgutschriften und erweiterte Support-Optionen.

Was kostet eine Volumenlizenz: Preisfaktoren transparent erklärt

Konkrete Listenpreise veröffentlicht Microsoft nicht öffentlich, sie werden über Partner ausgehandelt und variieren stark. Orientierungswerte aus der Praxis: Neue Volumenlizenzen liegen häufig 15 bis 40 % unter dem entsprechenden Retail-Preis, je nach Produktgruppe, Programmwahl und Vertragsmenge. Je mehr Lizenzen gebündelt werden, desto stärker der Rabatt.

Die wesentlichen Preisfaktoren sind:

  • Produktgruppe: Office-Lizenzen, Windows-Betriebssysteme und Server-Software werden unterschiedlich berechnet.
  • Programm: Open Value, CSP und Enterprise Agreement haben verschiedene Rabattpfade.
  • Menge: Mehr Lizenzen bedeuten bessere Konditionen.
  • Software Assurance: Wer SA einschließt, zahlt mehr, erhält dafür aber kostenlose Upgrades über die Laufzeit.
  • Gebraucht vs. neu: Gebrauchte Volumenlizenzen aus dem Zweitmarkt liegen nochmals erheblich unter den Neupreisen.
Merke: Wer laufende Kosten minimieren will und keine Software Assurance benötigt, fährt mit einer gebrauchten Perpetual-Volumenlizenz oft günstiger als mit jedem Abo-Modell, und behält das Nutzungsrecht dauerhaft.

Wann sich eine Volumenlizenz nicht lohnt

Für einen Ein-Personen-Betrieb oder zwei Rechner im Homeoffice ist der Verwaltungsaufwand einer Volumenlizenz zu hoch, hier reicht eine Retail-Version oder eine gebrauchte Einzellizenz aus einem Volumenpaket. Auch wer nur kurzzeitig Software braucht oder stark schwankende Nutzerzahlen hat, fährt mit einem CSP-Abo oder einer Cloud-Subscription oft besser als mit einem Perpetual-Volumenlizenzvertrag.

FAQ: Die häufigsten Fragen zur Volumenlizenz

Die Mindestmenge hängt vom Programm ab. Bei Microsoft Open Value startet der Einstieg regelmäßig ab fünf Lizenzen. Für ein Enterprise Agreement sind größere Volumina üblich, oft ab 500 Nutzern oder Geräten. Kleinere Bedarfe deckt CSP flexibel ab, auch ohne feste Mindestmenge. Wer weniger als fünf Lizenzen benötigt, greift meist auf Retail- oder gebrauchte Einzellizenzen zurück.

Innerhalb der eigenen Organisation ist die Übertragung problemlos möglich, die Lizenz ist an die Organisation gebunden, nicht an einzelne Hardware. Wird ein Rechner ausgetauscht, wandert die Lizenz mit. Bei MAK-Aktivierung kann das verbrauchte Kontingent per Microsoft-Support zurückgesetzt werden, sofern der Nachweis erbracht wird, dass die alte Installation entfernt wurde.

Direkt bei Microsoft über ein Volumenlizenzprogramm: nein. Über den Zweitmarkt gebrauchter Software: ja. Einzellizenzen aus aufgesplitteten Volumenpaketen sind für Privatpersonen nach der EuGH-Rechtsprechung C-128/11 legal erwerbbar und funktional identisch zur Retail-Version, mit dem Vorteil deutlich niedrigerer Preise.

Der Preis hängt von Produkt, Programm, Menge und Vertragslaufzeit ab. Neue Volumenlizenzen liegen häufig 15 bis 40 % unter dem Retail-Preis pro Arbeitsplatz. Gebrauchte Volumenlizenzen sind nochmals erheblich günstiger. Konkrete Zahlen liefert eine individuelle Angebotsanfrage, oder der Lizenzkonfigurator als erste Orientierung.

Perpetual-Volumenlizenzen (z. B. Office LTSC, Windows Server) sind zeitlich unbegrenzt gültig, das Nutzungsrecht bleibt bestehen, auch nach Ablauf des Rahmenvertrags. Subscription-Modelle wie Open Value Subscription oder CSP laufen nur während der Vertragslaufzeit; wird das Abo nicht verlängert, erlischt das Nutzungsrecht.

Ja. Der Europäische Gerichtshof hat im Urteil C-128/11 den Handel mit gebrauchter Software eindeutig für zulässig erklärt. Der Bundesgerichtshof hat die Aufspaltung von Volumenpaketen in Einzellizenzen ebenfalls bestätigt. Voraussetzung ist eine lückenlose Nachweiskette beim Händler, die belegt, dass die Lizenz beim Vorbesitzer nicht mehr aktiv ist.

MAK (Multiple Activation Key) aktiviert jedes Gerät einmalig direkt gegen Microsoft-Server und ist dauerhaft gültig, auch offline. KMS (Key Management Service) nutzt einen lokalen Server im Netzwerk, der alle Clients automatisch aktiviert; die Clients müssen sich mindestens alle 180 Tage beim KMS-Host melden. Faustregel: unter 25 Geräte → MAK, ab 25 → KMS.